Fruchtstück

# 36.3 – Wandern: Bad Schandau und Kirnitzschtal

Wir nutzen den Morgen für einen Einkauf, die Erkundung von Bad Schandau und die Suche eines Stellplatzes.

Zunächst einmal muss man festhalten: All die kleinen Städtchen an der Elbe sind dort eng, da es seitlich steil bergauf geht. Mit dem Wohnmobil dort einen Parkplatz zu finden ist entweder gar nicht erlaubt oder – gerade zu Urlaubszeiten – schlicht unmöglich. Die wenigen Campingplätze sind gleichzeitig rappeldicke voll. Wir fanden einen sehr einfachen, aber tollen Stellplatz am Ostrauer Hof. Dort wird eine riesige Bergwiese mit Blick auf die Schrammsteine als Stellplatz angeboten. Auch Grillen und Stühle/Tische sind erlaubt. Entsorgung ist leider nicht möglich. Sehr idyllisch, ruhig und geniale Sonnenuntergänge.

Ostrau liegt direkt oberhalb von Bad Schandau. Die Wandungen kann man gleich von dort beginnen oder mit dem Bus zu weiteren Wander-Highlights fahren. Wir waren mit unserer Wahl letztlich sehr glücklich.

Mit dem Bus fuhren wir von Ostrau nach Schmilka und machten dort eine große Wanderrunde.

Zunächst zur sogenannten Kleinen Bastei:

Über Elbleitenweg und Wurzelweg, vorbei an Wurzelkopf und Kulissenwächter auf den höchsten Berg der Sächsischen Schweiz, den Großen Winterberg. Dort gab es einen excellenten Flammkuchen. Der Aussichtsturm bietet leider wenig Sicht, da zu viele Bäume im Weg sind.

Zurück ging es bergab direkt vorbei an der – nur an den Grenzsteinen sichtbaren – tschechischen Grenze wieder nach Schmilka.

Dort kann man an der Elbe bei einem Bier oder besser einem Stück Kuchen nochmal einen Blick auf die kleine Bastei werfen oder zur anderen Seite zum nächsten tschechischen Dorf.

Über das Kirnitzschtal kommt man gut auf Wanderwegen zu imposanten Felsformationen. Das war unser Ziel am nächsten Tag.

Vorbei an Bloßstock, Panoramaturm und Wilder Kopf zur Grünen Hölle.

Für die Grüne Hölle muss man schon ein wenig Sportlichkeit mitbringen. Es sind leichte Kletterelemente dabei, die den ganzen Körper fordern – was den Bildern leider nicht so anzusehen ist. Für mich ein absolutes Highlight! Da kommt die kleine Bergziege aus mir raus.

Zum Wotan und Bauerlochturm:

Über Wolfsfalle, Kleiner Amboss, Satanskopf etc. zurück nach Beuthenfall.

Im Kirnitzschtal fährt eine historische Straßenbahn. Die Kirnitzschtalbahn fährt seit 1898. Sie startet von Bad Schandau und geht bis Lichtenhainer Wasserfall und zurück. Die Fahrt ist schon sehr besonders. Die Straßenbahn fährt einspurig hin und rück. Das Ganze auf einer ganz engen Straße gemeinsam mit dem Verkehr. Fährt man also mit dem Auto in das Tal hinein, kann einen auf der gleichen Spur eine Bahn entgegenkommen, was ein Ausweichen in den Gegenverkehr bedarf. Ach, mit dem Wohnmobil möchte ich das eigentlich gar nicht. Auch gibt es mangels Platz so gut wie keine Wanderparkplätze, die dann natürlich überquellen.

Auf jeden Fall ist die Fahrt mit der alten Bahn eine tolle Sache und so haben wir das Tagesticket noch für einen Trip bis zu Endstation am Lichtenhainer Wasserfall genutzt. Der Wasserfall ist doch eher mickrig.

In Bad Schandau liefen wir noch zum Historischen Personenaufzug von 1905 und ließen uns von Bad Schandauer Höhe auf (nicht ganz) Ostrauer Höhe transportieren. Den Rest dann zu Fuß zum Fruchtstück zurück.

Den ruhigen Nachmittag bequem auf dem Lamzac und mit hübschem Blick auf die Schrammsteine hatten wir uns verdient.

Am nächsten Morgen begaben wir uns vom Lichtenhainer Wasserfall zum „Felsentor Kuhstall“, einem beeindruckenden Naturfelsbogen unter dem man hindurchgehen und hinüberlaufen kann.

Der Knüller daran ist der Aufstieg auf die Felsformation über die enge Himmelsleiter. Man hat eine Stufenleiter in den Fels gelegt. Festhalten an den Felswänden – es ist ja eng genug.

Von oben dann ein schöner Ausblick.

Aber auch drumherum um den Felsen gibt es einiges zu erkunden.

Schlanke Leute sind hier klar im Vorteil.

Über einen Kriechgang und Kletterbügel erfolgt der abenteuerliche, aber machbare, Zugang zum Ausguck mit Ausblick.

Wir nahmen den Abstieg ganz nach unten und drehten noch eine ausgiebige Runde. Dabei verliefen wir uns ein paarmal mit unserer Navigation über Komoot, da das GPS des iPhones aufgrund der steilen Umgebung immer wieder falsche Werte lieferte.

Vorbei am Alten Wildenstein.

So sehen die als schwierig markierten Wanderwege aus. Einfach mal den Berg geradeaus runter.

Auch ganz hübsch, einfach mal entlang des Kirnitzsch Flusses. Rechts und links gehen die Felswände steil hoch, es ist dunkel und moosig grün, im Hintergrund ab und zu das Rappeln der alten Straßenbahn auf der anderen Flussseite – was dem ganzen einen unwirklichen Charakter verleiht.

Über den Wenzelweg liefen wir bis nach Ostrau zu unserm Fruchtstück.

Ca. 16 km lang hoch und runter, da tut der gemütliche Abend im letzten Licht der Sonne gut.

Als nächstes standen die Schrammsteine an. Wir konnten diese ganz einfach zu Fuß erreichen.

Hohe Felsbrocken recken sich da in den Himmel.

Umrundung und Besteigung der Felsen mit der obligatorischen wundervollen Aussicht.

Den Abstecher zum Falkenstein sollte man nicht verpassen. Wer findet den Affen, der sich am Stamm festhält?

Andere nehmen den direkten Weg nach oben (siehe Bildmitte, oberhalb der Blätter).

Dann machten wir uns wieder zu Fuß auf den Rückweg.

Stärkung mittels selbstgemachter Pfannkuchen mit Apfelmus.

Und ein ruhiger Abend.

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