Fruchtstück

Füllstandsmessung Trenntoilette

Gleich zu Beginn hatten wir ja unsere Kassettentoilette gegen eine Trenntoilette ausgetauscht. Das geschah im Eigenbau, da es für die beengten Platzverhältnisse im Kastenwagen keine fertige Version zum Kaufen gab, die für unsere Verhältnisse gepasst hätte.

Eine Trenntoilette besteht aus zwei Sammelbehältern: Flüssigkeiten und Feststoff. In unseren Kanister für das Urin passen etwas mehr als 11 Liter (absolute Oberkante). Die Problematik bestand darin, dass wir gern bei z.B. 9 Litern wüssten, dass diese Marke erreicht ist und dass wir uns langsam Gedanken über die Entsorgung machen sollten (oder aber den Reservekanister anschließen sollten).

Aktuell musste man für eine Füllstandskontrolle die Sitzbank inkl. Brille hochheben, um einen Blick auf den Kanister zu erhalten. Hier musste eine einfachere Lösung her.

Bei einem Forumstreffen vom Pössl-Forum hatte dann ein Mitglied die Idee, dazu einen kapazitiven Füllstandssensor für diese Aufgabenstellung zu nutzen.

Nun ging es los. Ein Sensor wurde besorgt. Der Sensor hat einen großen Versorgungsspannungsbereich von 6V bis 36V, so dass der Betrieb im Kasten überhaupt kein Problem darstellt.

Es musste noch eine Anzeige und eine Auslöseeinheit her. Wir wurden bei einem Klingeltaster fündig. Dieser hat eine LED-Beleuchtung (Farbe rot) und einen schönen Taster. Alles zusammen befindet sich in einem Metallgehäuse. Die LED ist auf eine Eingangsspannung von 12V ausgelegt. Das passt also auch wieder gut zu unserem Kasten.

Nach ein paar Funktionstests außerhalb vom Fruchtstück ging es dann daran, eine Halterung für den Näherungssensor nahe am Kanister zu bauen. Die Halterung sollte natürlich eine Höhenverstellung des Sensors (oder aber die spätere Aufnahme eines zweiten Sensors) ermöglichen.

Die Reichweite vom Sensor ist einstellbar und liegt zwischen 1mm und 10mm.

Für den Taster musste nur noch ein Platz gefunden werden. Da wir immer noch ein „Loch“ dort hatten, wo sich vorher die Bedieneinheit der Kassettentoilette befand, haben wir hier einfach eine schwarze Acrylglasplatte zurechtgeschnitten und dort den Taster eingebaut. Somit ist endlich das Loch zu und der Taster ist einfach erreichbar.

Blieb nur noch der elektrische Anschluss an die 12V Versorgung vom Fruchtstück. Hierzu haben wir die bereits für die ehemalige Kassettentoilette vorhandenen Leitungen genutzt.

Da dort aber anstelle der zwei erwarteten Adern (+/- 12V) etliches mehr ankam und mangels Schaltplan nicht zu ergründen war, wozu die ganzen Adern sind, wurde per Messgerät +/-12V gesucht und der Anschluss der neuen Technik erfolgte über sogenannte Stromdiebe an die vorhandene Leitung – natürlich mit zusätzlicher Sicherung versehen.

Nachfolgend der Schaltplan mit den Bezeichnungen der verwendeten Bauteile. Man muss an den Klingeltaster eigentlich nur ein dreiadriges Kabel anlöten, eine kleine Brücke zur LED-Stromversorgung schaffen und den Rest dann mit der Stromversorgung und dem Näherungsschalter verbinden.

Der Eigenstromverbrauch des Näherungssensors liegt bei unter 1mA im offenen und bei ca. 10mA im geschalteten Zustand (hat eine eigene LED). Mit der LED vom Klingeltaster ist der Gesamtstromverbrauch bei ca. 60mA. Dadurch, dass der Näherungsschalter eine Schaltleistung von 300mA hat, kann auf den Einbau von Optokopplern etc. verzichtet werden. Außerdem ist die Schaltung so aufgebaut, dass, wenn der Taster nicht betätigt wird, auch der Näherungssensor stromlos geschaltet ist, damit der Ruhestrom in dieser Schaltung in jedem Fall Null ist.

Fazit: Wir hätten nicht gedacht, dass eine solche Lösung mit so wenig Bauteilen und so wenig Aufwand möglich ist. Aktuell ist in Planung, einen weiteren Sensor einzubauen, um noch einen zweiten Grenzwert abzufragen.

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